Digitale Sammlungen der
Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek

Exlibris der Königlichen Bibliothek

In den Digitalen Sammlungen der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek werden vor allem Drucke und Handschriften zugänglich gemacht. In der Gesamtübersicht finden Sie vollständige Digitalisate, in den Teilsammlungen wird auch Bildmaterial ausgewiesen. Illustrationen können auf diese Weise direkt angesteuert werden.

Der abgebildete Kupferstich von Johann Philipp Ganz wurde seit 1776 als Exlibris der Königlichen Bibliothek für die "wichtigsten und seltensten Büchern" verwendet.

Adressbücher

Adreßbuch der Stadt Hannover, 1934
Adreßbuch der Stadt Hannover, 1934

Von 1798 bis 2004 erschien nahezu jährlich das Adressbuch der Stadt Hannover. Über mehr als zwei Jahrhunderte verzeichnete es Personen und Straßen der Stadt, gab Hilfe bei der Suche nach Handwerkern, Firmen und Behörden. Die enthalte­nen Karten, Theaterpläne und Berichte bieten heute spannende Einblicke in die Ge­schichte und das kulturelle Leben Hannovers.

Diese wichtige historische Quelle haben das Stadtarchiv Hannover und die Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek in den vergangenen Jahren bis in das 20. Jahrhundert hinein digitalisiert. Das Projekt wurde von der VGH-Stiftung gefördert. Öffentlich zugänglich ist der Bestand bis 1943, der auch über den Katalog der Bibliothek recher­chierbar ist.

Altkarten

SpecialPlan von der Stadt Hannover

Die Altkartensammlung in der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek umfasst die Signaturengruppe „Mappe“, die bislang nur durch einen handschriftlichen Bandkatalog („VI C. Karten und Pläne“) aus den 1860er Jahren erschlossen war. In diesem Katalog sind im Wesentlichen die bis dahin im Bestand vorhandenen Einzelblattkarten, Nachträge bis in die 1930er Jahre sowie in jüngster Zeit antiquarisch neu erworbene Altkarten verzeichnet.

Es handelt sich bei den Altkarten insbesondere um Territorialkarten, Landesaufnahmen, Militärkarten, Ansichten und Pläne von Festungen, Städten und Kirchen, Grenzkarten, Gewässer-, Verkehrswege-, Flur- und Forstkarten, aber auch entdeckungsgeschichtliche Karten. Insbesondere unter den großmaßstäbigen Karten und Plänen sind für eine Bibliothek ungewöhnlich viele Handzeichnungen zu finden. Regionaler Schwerpunkt der Sammlung liegt auf heute niedersächsischen Territorien, insbesondere dem Fürstentum Calenberg bzw. dem Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg. Die regionale Systematik der Sammlung umspannt aber die ganze Welt.

Aufgrund der Bedeutung der Sammlung wird diese seit 2017 in der IKAR-Altkartendatenbank erschlossen (einschl. Geolokalisierung) und digitalisiert. Eine Überführung in ein überregionales Kartenportal ist in Planung.

Kataloge und Inventare

[Verzeichniss der Bibliothek des Bischofs von Osnabrück Ernst August, Herzog's von York] Bücher-Verzeichniß des Hochsel. Bischoffs von Osnabrück Ernst August.

Im Verlaufe der wechselvollen Geschichte der GWLB und ihrer Vorgängerinstitutionen wurden immer wieder Kataloge und Inventare zum Buchbestand und zu einzelnen Sammlungen angefertigt, die auch heute noch, Jahrzehnte bis Jahrhunderte nach ihrer Abfassung, für die Recherche nützlich sind. In der Digitalen Sammlung „Kataloge und Inventare“ werden ausgewählte Findmittel digitalisiert und zugänglich gemacht. Neben historischen Katalogen zu den Inkunabeln und Handschriften werden laufend Auktionskataloge, Übernahmeinventare und weitere Verzeichnisse virtuell zugänglich gemach.

Königliche Gartenbibliothek Herrenhausen

Bibliothekspavillon in Herrenhausen

Die Sammlung „Königliche Gartenbibliothek Herrenhausen“ war bis 1936 als Dienstbibliothek der hannoverschen Hofgartenverwaltung im sogenannten Bibliothekspavillon Herrenhausen aufgestellt. Nach dem Ankauf im Jahr 2007 wurde die Sammlung auf drei Bibliotheken, die Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek in Hannover, die Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg in Frankfurt a. M. und die Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar verteilt. Die Bibliotheken in Weimar und Frankfurt präsentieren in ihrem digitalen Angebot ebenfalls Objekte der Sammlung. Eine gemeinsame Plattform ist in der Planung.

Die Auswahl von Objekten aus der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek berücksichtigt zunächst vor allem Bildmaterial aus Drucken und Handschriften, das von Gartenhistorikern für das Portal "Kulturerbe Niedersachsen" zusammengestellt wurde. Ziel war eine Erschließung, die bildbezogene Fragestellungen ermöglicht.

In den Teilsammlungen "Drucke", "Grafiken, Pläne und weitere Materialien" sowie "Herbarien" und dem überlieferten "Nachlass der Hofgärtnerfamilie Wendland" wird die digital verfügbare Gartenbibliothek in der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek zugänglich gemacht und laufend ergänzt. Teildigitalisierungen sind in den Metadaten als solche ausgewiesen. Geplant ist, neben der Sicht auf das Bildmaterial Zug um Zug auch den Blick auf das vollständige Digitalisat zu ermöglichen.

Kupferstichplatten

Heinrich der Löwe und seine Gemahlin Mathilde, Statuen am Altstadtrathaus in Braunschweig

Ein wohl einzigartiges Kulturgut der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek bildet ein Bestand von 869 Kupferstichdruckplatten aus dem 17. und 18. Jahrhundert, die in den meisten Fällen von den Hofkupferstechern für Buchpublikationen her­gestellt wurden. Die herausragende künstlerische Qualität und die Dichte der Überlieferung machen den Bestand einzigartig.

Auf den Kupferstichen sind genealogische oder historiographische Themen wie Herrscherporträts und numismatische Abbildungen zu sehen oder sie stehen in Zusammenhang mit bibliothekarischen Zwecken wie beispielsweise Exlibris. Die Illustrationen waren wichtiger Bestandteil der frühneuzeitlichen Buchkunst: Leibniz selbst stellte für seine Welfengeschichte den Kupferstecher Nicolaus Seeländer ein, dem sich über hundert der Kupferstichplatten in der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek zuordnen lassen. Durch intensive Forschung ist es gelungen, einen Großteil der Platten einzelnen Meistern zuzuweisen.

Die Kupferstichdruckplatten sind in einem gedruckten Katalog erschlossen: Oberschelp, Reinhard: Kupferstichplatten in der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek. Katalog. Hameln: Niemeyer, 2005

Leibniz Briefwechsel

LBr. 251 Bl. 2r / 3v
Johann Fabricius an Gottfried Wilhelm Leibniz vom 10.08. (31.07.) 1697 mit Anwortnotiz von Leibniz vom 24. (14.) 08.1697
LBr. 251 Bl. 2r / 3v Johann Fabricius an Gottfried Wilhelm Leibniz vom 10.08. (31.07.) 1697 mit Anwortnotiz von Leibniz vom 24. (14.) 08.1697

Dem Katalog von Eduard Bodemann „Der Briefwechsel des Gottfried Wilhelm Leibniz in der Königlichen öffentlichen Bibliothek zu Hannover“ (1889, Neudruck mit Ergänzungen und Register 1966) entsprechend steht der Briefnachlass des Universalgelehrten Gottfried Wilhelm Leibniz als ein Teil des Leibniz-Nachlasses komplett digitalisiert zur Verfügung. Er wurde über Bodemann hinaus ergänzt durch Neuerwerbungen, die beim jeweiligen Korrespondenten einsigniert wurden. Insgesamt handelt es sich um 1028 Briefwechsel mit Bürgerlichen Personen (LBr.) sowie 35 Briefwechsel mit fürstlichen Personen (LBr. F). Insgesamt umfasst der Bestand über 15.300 Briefe.

Leibniz Handschriften

LH IV, 1, 1a Bl. 1
Beginn der Monadologie, eigenhändiges Konzept von 1714
LH IV, 1, 1a Bl. 1 Beginn der Monadologie, eigenhändiges Konzept von 1714

Der zweite Nachlassteil von Gottfried Wilhelm Leibniz umfasst seine hinterlassenen Handschriften (LH). Sie wurden von Eduard Bodemann in seinem Katalog "Die Leibniz-Handschriften der Königlichen öffentlichen Bibliothek zu Hannover" (1895, Neudruck mit Ergänzungen und Register 1966) erstmals detailliert beschrieben und in die heute vorliegende, systematische Ordnung gebracht. In den einzelnen Konvoluten finden sich Werkmanuskripte, Konzepte, Notizen, Exzerpte aus anderen Werken sowie thematisch zugehörige Briefe.

Leibniz Marginalien

Foucher, Simon: Réponse Pour La Critique, […], Paris 1676.
Leibn. Marg. 8

Die Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek hat im Zuge des Aufbaus einer Leibniz-Forschungsbibliothek „Bücher mit Eintragungen von Leibniz‘ Hand am Rand oder interlinear“ (Felix Ekowski) an einem besonderen Standort aufgestellt. Diese Gruppe umfasst ca. 230 Bände. Die Zuordnung ist in Einzelfällen umstritten. Darüber hinaus finden sich weit mehr Bände mit Lesespuren des Universalgelehrten im Bestand des Hauses. Aufgrund des besonderen Interesses der Forschung an dieser Signaturengruppe wird der Bestand Zug um Zug digitalisiert und ggf. mit Informationen zur Herkunft und Benutzung der Bände versehen.

Ludwig Albrecht Gebhardi (1735-1802)

Statuen-Entwurf "Herzog Herman Billung" von L.A. Gebhardi aus verschiedenen Quellen zusammengestellt

Mit der Digitalisierung der einzigartigen Sammlung des 1735 geborenen Ludwig Albrecht Gebhardi   „Auszüge und Abschriften von Handschriften und Urkunden, welche vornehmlich das Herzogtum Lüneburg betreffen“ stellt die Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek der Regionalforschung ein wertvolles Forschungsinstrument dauerhaft zur Verfügung. Zur leichteren Nutzung des 15bändigen Werks steht ein früher handschriftlicher Band mit Inhaltsverzeichnissen aller Bände zur Verfügung.

Mittelalterliche Handschriften

Biblia Sacra, Anfang 13. Jahrhundert
Biblia Sacra, Anfang 13. Jahrhundert

Die in der GWLB bzw. ihren Vorgängerinstitutionen entstandene Sammlung mittelalterlicher Handschriften wurde aus einem haushistoriographischen und regionalgeschichtlichen Interesse der Bibliothek gebildet, indem die für die Landesgeschichte (Kurhannover, Königreich Hannover) relevanten Handschriften gesichert und für die Belange des mit der Hofbibliothek verbundenen Historiographenamtes der welfischen Fürsten zugänglich gemacht wurden. Herausragende Gelehrte waren mit dem Aufbau der Sammlung beauftragt und hatten zugleich die Aufgabe inne, als Haushistoriographen die Geschichte des Welfenhauses und ihrer Stammlande im heutigen Niedersachsen zu verfassen. Die Sammlung weist zudem regionalgeschichtlich wichtige Entstehungsorte wie auch bedeutende regionale Provenienzen auf. Die Digitalisierung der Handschriften erfolgt durch Förderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Grundlage der Metadaten ist der Katalog der mittelalterlichen Handschriften von Härtel/Ekowski (1982/1989).

Personalunion

Urkunde zur Ernennung von Georg Ludwig, Kurfürst von Braunschweig-Lüneburg, zum Ritter des Hosenband-Ordens, 1701
Ms XXIII, 310

Von 1714 bis 1837 regierten die Welfen das Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg und das Königreich Großbritannien in Personalunion. Die Digitale Sammlung "Personalunion" bietet ausgewählte Handschriften, Drucke und Karten als Quellen dieser Zeit, ihrer Vor- und Nachgeschichte und ihrer Kulturgeschichte. Die Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek besitzt als ehemalige Königliche und Churfürstlich Öffentliche Bibliothek zu Hannover einen dichten Bestand zu dieser 123 Jahre anhaltenden Personalunion, waren doch insbesondere Georg I. und Georg II. herausragende Förderer dieser Bibliothek. Die für die Digitale Sammlung ausgewählten Objekte zeigen einen Querschnitt durch den Bestand des Hauses und werden laufend ergänzt.

Peter Bulthaup Archiv (öffentlicher Bestand)

(Noviss. 455, MAP-049, UNT-101)
(Noviss. 455, MAP-049, UNT-101)

Peter Bulthaup (13.07.1934 – 29.10.2004) lehrte von 1975 – 2003 als Professor für Philosophie an der Universität Hannover. Er war Schüler Horkheimers und Adornos und vertrat ein durch Karl Marx und durch einen naturwissenschaftlichen Wissenschaftsbegriff bestimmtes Verständnis kritischer Theorie und Philosophie. Nach seinem Tod wurde am Gesellschaftswissenschaftlichen Institut Hannover e.V. das Peter Bulthaup Archiv gegründet, wo der wissenschaftliche Nachlass in Kooperation mit der Abteilung Handschriften und Alte Drucke der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek archivarisch erfasst, elektronisch gesichert und katalogisiert wurde.

Eine genauere Aufschlüsselung der Bestände findet sich unter:

www.peter-bulthaup-archiv.de

Varia

Ahnentafeln der Domherren zu Hildesheim [...], 1632-1801
Ms XXI, 1235

Die Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek fertigt Zug um Zug Digitalisate von Objekten an, die besonders nachgefragt oder im Rahmen nationaler und internationaler Forschungsprojekte bestellt werden. In der Sammlung Varia sind sie zugänglich, um konservatorisch unbedenklich eine weltweite Nutzung am Bildschirm zu ermöglichen. Auf diese Weise entsteht eine Kollektion besonders nachgefragter Objekte.

Zeitungen

Titelblatt vom Aviso Relation oder Zeitung, Nr. 1, 15. Januar 1609
Titelblatt vom Aviso Relation oder Zeitung, Nr. 1, 15. Januar 1609

Mit knapp vier Kilometern Regalböden nehmen die Zeitungen in den Magazinen der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek – Niedersächsische Landesbibliothek einen beträchtlichen Umfang ein. Als ehemalige Hofbibliothek und seit 1737 mit dem Pflichtexemplarrecht ausgestattet, besitzt die GWLB umfangreiche historische Zeitungsbestände. Beginnend mit dem einzigen überlieferten Exemplar des ersten Jahrgangs des Aviso aus dem Jahr 1609 bis hin zu den aktuellen Tageszeitungen aus Niedersachsen geben die Bestände als Quellen vorzügliche Einblicke in die Kulturgeschichte, das historische Geschehen und die politischen Veränderungen aus Niedersachsen und der Welt. In den kommenden Jahren werden herausragende niedersächsische Zeitungen digitalisiert und in dieser Sammlung zur Verfügung gestellt.